kÜbelpflanzen

Kübelpflanzen haben bei uns s eine lange Tradition. Schon die Römer brachten Oleander und Granatapfel mit zu uns und haben diese meist in ihren Baderäumen überwintert. So lange schon gibt es die Überwinterungsproblematik.

Meine Zitrone aus Kernen blüht nicht

Zitronensämlinge sind blühfaul. Es dauert meist viele Jahre, bis sich die ersten Blüten bilden. Der Profi-Gärtner verkürzt die Wartezeit, indem er die Sämlinge veredelt. Dazu nimmt er den Trieb einer blühenden Edelzitronen  Pflanze, den so genannten Edelreis, setzt ihn auf den Trieb des Sämlings und bindet die beiden fest zusammen, so dass sie miteinander verwachsen. Das klingt einfacher, als es in Wirklichkeit ist. Diese Veredlung die unter sehr sauberen, fast sterilen Bedingungen durchgeführt werden muss, gelingt nur im Sommer, wenn beide Pflanzen im Wachstum begriffen sind. Und selbst dann ist der Erfolg des Zusammenwachsens von Edelreis und Sämling nicht garantiert, denn zum Veredeln braucht man viel Geschick und Erfahrung. Wer dennoch ein selbstgezogenes Zitrusbäumchen möchte, sollte sich lieber Stecklinge von einer besonderen Edelzitronensorte als Bäumchen  heranziehen.

Was tun gegen gelbe Blätter beim Orangenbaum?

Gelbe Blätter an Orangen- und anderen Zitrusbäumchen (=in der Fachsprache Chlorose) entstehen hauptsächlich, wenn die Topferde zuviel Kalk enthält oder zu nass ist. Dadurch werden Spurenelemente und Eisen chemisch so festgelegt, dass die Pflanze sie nicht mehr aufnehmen kann. Das Blatt verfärbt sich gelbgrün, nur die Blattadern sind noch dunkelgrün. Um den Mangel schnell zu beheben, sprüht man eisenhaltigen Spurenelementdünger übers Laub. Langfristig muss man Zitrusgewächse in kalkarme Erde pflanzen und nur mit weichem Wasser gießen.

Können Feigenbäume im Winter draußen bleiben?

Ja wenn man sie ausgepflanzt hat. Im Kübel keinesfalls.
Im Weinbauklima (also überall da, wo Wein wächst) kann man den laubabwerfenden Baum sogar an einer geschützten Stelle auspflanzen. Sollte das Thermometer einmal weit unter die Null-Grad-Marke sinken, schützt man die Feige mit einem Mantel aus Schilfmatten. In rauen Lagen ist es ratsam, die Feige von vornherein in einen großen Kübel zu pflanzen. Über Winter muss der Baum dann hell, luftig und relativ kühl (8-12 Grad) stehen. In dieser Zeit auch nur mäßig gießen.

Überstehen Tontöpfe Frosttage?

Ja und nein. Es hängt von der Tonverarbeitung ab, ob ein Gefäß im Winter draußen bleiben kann oder nicht. Ein klares Nein gilt für normale Blumentöpfe aus Ton: Ihre offenen Poren saugen sich voll Wasser. Bei Temperaturen unter null Grad gefriert dieses Wasser und sprengt durch die Vergrößerung des Volumens das Gefäß. Deshalb müssen solche Töpfe in der kalten Jahreszeit frostfrei gelagert werden. Frostfest werden Tontöpfe erst, wenn man sie bei extrem hohen Temperaturen brennt. Dadurch schließen sich die feinen Poren. Der Fachmann nennt diese Keramik „gesintert“. Leider ist das Verfahren sehr aufwendig und die Töpfe sind entsprechend teuer. Bedingt frostfest sind glasierte Gefäße. Die Poren werden zwar von einer Glasur versiegelt. Doch beim Transport können in der Oberfläche Haarrisse entstehen, durch die Wasser in den Ton eindringen. Die Schutzfunktion der Glasur ist somit wieder zerstört.
Außerdem: Verjüngt sich die Keramik nach oben, wird also oben enger, so sprengt der Frost fast sicher das Keramikgefäß!
Hat man Tontöpfe mit Winterharten Pflanzen auf Balkon und Terrasse und läßt diese über den Winter draußen, so stellt man diese entweder auf Holzlatten oder Porzell oder ein ähnliches Material, damit sie nicht am Boden festfrieren können und kaputt gehen.

Kann man Kübelpflanzen auf Winterhärte züchten?

Bei uns nicht!
Frosthärte und die Fähigkeit, mitteleuropäische Winter zu überleben, sind zwei Paar Stiefel. Vor allem in England, wo Pflanzenliebhaberei seit Jahrhunderten „Nationalspleen“ ist, wird zwangsläufig eine Art Auslese“züchtung“ betrieben: Man testet – gelegentlich erfolgreich – Pflanzen, die von Extremstandorten stammen. Dem mitteleuropäischen Kübelpflanzenliebhaber nützt dies aber nichts, für ihn gilt: Nütze das genetische Potential der Pflanze. Das heißt (nicht optimaler Winterstandort vorausgesetzt):
- möglichst spät einräumen
- möglichst kühl überwintern
- möglichst früh ausräumen
- ab Juli kein stickstoffreicher Dünger
-Wässern im Herbst und Winter: soviel wie nötig, sowenig wie möglich.

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